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Draw Poker Variationen

Draw poker wird manchmal mit einem Joker gespielt, obwohl dieser Joker nicht wie in anderen Kartenspielen für alles verwendet werden kann. Der Joker darf hier nur als Ass verwendet werden, oder um eine Strasse oder einen Flush zu vervollständigen.
Hält man vier Herz in der Hand plus dem Joker, hält man einen Flush.
Hält man zwei Assen und den Joker, hat man einen Assen Drilling (Trip Aces)
Hält man zwei Zehner und den Joker, dann hat man - was? - genau, immer noch zwei Zehner.
Nebenbei bemerkt sind Draw Poker und Lowball die einzigen Poker Spiele wo ein Joker erlaubt ist.

Eine sehr populäre Version des Draw Poker ist Jacks or Better (Englisch: Jack = Bube) In dieser Variante darf man den Pott nur eröffnen, wenn man ein paar Buben oder noch was höheres in der Hand hält. Hat niemand so hohe Karten, wird erneut der Grundeinsatz von jedem Spieler in den Pott gegeben und die Karten werden neu verteilt bzw. neu gegeben. Dadurch spielt man durchaus um hohe Einsätze, wenn ein paar Mal niemand Buben-oder-besser hat, dieser hohe Pott wird dann aber wenigstens mit wirklich guten Karten gewonnen.

Das Gegenteil davon ist Jacks back. Bei diesem Poker Spiel wird die Hand auf die nächst niedrigere Hand gespielt, wenn niemand das paar Buben hält.

Die Action Variante des Draw Poker ist jedoch: Jacks to open, Trips to Win Wie der Name impliziert, braucht man ein paar Buben um den Pott zu eröffnen, aber die Hand die den Pott gewinnt, muss ein Drilling oder besser sein. Wenn niemand so etwas in seinem Poker Blatt hält, wird neu gegeben, aber - und hier ist der Clou - nur mehr an Spieler die nicht in der vorrigen Runde ausgestiegen sind. Und hier gibts jede Menge Action und Geld, denn selbst Spieler die überhaupt nichts auf der Hand haben werden Einsätze vor und nach dem Draw bezahlen, bevor sie ihre Karten wegwerfen und so aus dem Rennen um den stetig anwachsenden Pott ausscheiden. Sie hoffen (meist schwitzend) das niemand eine Hand hat, die qualifiziert ist den Pott zu gewinnen und das sie beim nächsten Deal eben solche Karten erhalten.

Das ist die Variation des Draw Poker, die es starken Spielern erlaubt, schwächere zu schröpfen. Deswegen wollen wir hier abschließend ein wenig über Poker Strategie sprechen.

Es gibt beim Pokern ein Konzept namens "Chasing". (=jagen wie zB. einem Flush oder einer Strasse nachjagen) Wenn du nicht die beste Hand hast aber deine Chancen nicht schlecht stehen dein Poker Blatt zum Besten hin zu verbessern, spricht man von chasing, umgangssprachlich jagt man der bestmöglichsten Hand hinterher.

Wenn der Pott schon so groß ist, das der nächste Einsatz den man für die nächste Karte(n) bezahlen relativ klein ist und die Chancen sein Blatt zu verbessern auch relativ gut sind, dann hat das Hand und Fuß und im Poker Jargon spricht man von einer "positive Expectation". Spieler, die aber keine Ahnung von den Poker Wahrscheinlichkeiten haben (dafür gibts in Kürze ein eigenes Kapitel) spielen aber genau in die verkehrte Richtung und glauben nur sie hätten eine positive Expectation.

Und jedesmal wenn ihr jemand im Pott habt der mit einer "negative Expectation" einem Pokerblatt nach jagdt, macht derjenige einen Fehler - einen Fehler der sich bei euch als Profit verbuchen wird.

Also schauen wir uns schnell eine Situation dieses Jacks to open, Trips to win Draw Poker an.

Wir haben zwei Spieler. Chip und Chop. Chip bezahlt Einsätze nur, wenn er ein hohes Paar, Zwei Paar, 4 Karten auf einen Flush, einen oben- unten mögliche Strasse oder besseres hat. Chop bezahlt seine Poker Einsätze mit so ziemlich allem was die Karten hergeben und bleibt oft lange im Pott, obwohl es nicht einmal sein muss, dass seine Hand am Ende gewinnt, selbst wenn er die Karte bekommt, die er jagdt.

Warum macht er das? Vielleicht weil er nie so einen tollen Poker Artikel wie diesen gelesen hat und vor allem weil er nicht und nicht den Pott Chip überlassen will. Und er will Action - er ist ja nicht zum Pokern gekommen um dabei zuzusehen wie alle anderen am Pokertisch gewinnen. Und warum ist das so ein kapitaler Fehler beim pokern? Weil Chop im Prinzip im Nebel jagdt.

Seine Hoffnungen basieren auf der nächsten Hand, nicht etwa in der jetztigen die er hat - eine Hand die er nur zu sehen bekommt falls Chip nicht einen Drilling oder besser hält.

Und hier sind wir wieder beim Pferderennen aus dem ersten Artikel dieser Serie. Chip spielt nur, wenn er das Zugpferd oder ein sehr schnelles Pferd in seiner Hand hält, Chop setzt hingegen auf so ziemlich ein jedes Pferd. Spielen die beiden lang genug miteinander, wird Chip sich bald ein wirkliches Pferd leisten können...mit dem Geld das er von Chop beim pokern gewonnen hat.

Passen, folden, schlechte Karten wegwerfen ist das von dem hier die Rede ist.

Und dieses Konzept hat noch mehr Bedeutung in dem Poker Spiel, das zurzeit die Spitze des Eisbergs beim Pokern ist. Der Cadillac des Pokerns. Freut euch bitte auf den nächsten Poker Artikel des Poker Club Wien, wenn wir uns mit No Limit Texas Holdem beschäftigen werden.

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