Von Online Pokern zu Live Pokern
Wenn Sie diesen Artikel lesen, haben Sie wahrscheinlich schon eine Zeitlang Online-Poker gespielt. Der Poker-Boom begann etwa um das Jahr 2000 und hat die Welt von Poker grundlegend verändert. Online-Poker ist allerdings nicht die einzige Möglichkeit, sich diesem beliebten Spiel zu widmen.
Wenn sie den Schritt von Online- zu Live-Poker machen wollen, gilt es, einige Besonderheiten zu beachten. Unabhängig davon, ob Sie bei den internationalen Großveranstaltungen der EPT oder WSOP mitspielen möchten oder einfach private Turniere veranstalten, in jedem Fall bestehen große Unterschiede zum Spiel am Computer.
Online-Poker ist Geschwindigkeit
Der größte Unterschied zwischen Online- und Live-Poker ist die Geschwindigkeit, mit der gespielt wird.
Online läuft das Spiel generell etwa doppelt so schnell ab wie live. Zunächst werden die Karten viel schneller verteilt, als dies ein menschlicher Dealer tun könnte. Außerdem gibt es den „Auto-Fold“-Button, der weitere Zeit spart.
Viele Spieler gewöhnen sich an, mehrere Tische gleichzeitig zu spielen, verbringen also wenig Zeit mit einzelnen Entscheidungen.
In Live-Partien wird viel Zeit damit verbracht, die Karten zu mischen, die Chips im Pot zu zählen, die Karten wieder zu sammeln usw. Natürlich wird auch im Internet manche Hand langsamer gespielt, weil ein Spieler Probleme mit der Verbindung ins Netz hat o. Ä., aber insgesamt bleibt Online-Poker das deutlich schnellere Spiel.
Wenn Sie also auf Live-Poker umsteigen, stellen Sie sich darauf ein, langsamer zu spielen, geduldig zu sein und keine schlechten oder übereilten Entscheidungen zu treffen, nur weil Ihnen das Spiel zu langsam erscheint.
Ungewohntes Umfeld
Während Sie online in der gewohnten Umgebung Ihrer Wohnung spielen können, finden Live-Partien nun mal im wahren Leben statt. Es herrschen also Trubel, Hintergrundgeräusche von 500 einarmigen Banditen, Gelächter, laute Gespräche und natürlich der aggressive Meinungsaustausch am Pokertisch.
Manche Spieler setzen sich Kopfhörer auf und hören Musik, um dem ganzen Krach zu entfliehen. Früher oder später werden Sie sich aber daran gewöhnen und vielleicht sogar mögen. Immerhin ist der gesellschaftliche Faktor auch das Besondere an Live-Poker.
Live-Poker und Reads
Ein entscheidender Unterschied zwischen Live- und Online-Poker ist der Umstand, dass Sie Ihren Gegnern ins Gesicht sehen können. Das kann ein Vorteil für Sie sein, aber auch ein Nachteil.
Im direkten Kontakt kann es schwieriger werden, Bluffs anzusetzen, aber auch einfacher. Oft verrät die Körpersprache eines Spielers, ob er blufft oder nicht. Wenn Sie wissen wollen, ob jemand die Wahrheit sagt, sehen Sie ihm in die Augen. Deshalb tragen so viele Spieler Sonnenbrillen, um sich zu schützen. Natürlich kann man beispielsweise auch einfach vor sich hinstarren, während der Gegner überlegt.
Wenn Sie von Online- auf Live-Poker umsteigen, müssen Sie diszipliniert und geduldig spielen können, ein echtes Pokerface aufsetzen und gleichzeitig Ihre Gegner lesen können.
Nervenkrieg
In einer Live-Partie müssen Sie mit Ihren Chips und Ihren Karten umgehen können. Wenn Sie noch nie live gespielt haben, hört sich das vielleicht merkwürdig an, aber diese Kleinigkeiten können sich vor allem für Anfänger als sehr problematisch erweisen.
Wenn Sie sich zum ersten Mal an einen Pokertisch setzen und nervös sind, kleben die Karten an Ihren schwitzigen Händen, und die Chips rutschen Ihnen aus den zitternden Fingern. Werfen Sie die ersten 20 Hände einfach weg. Niemand zwingt Sie dazu, gleich einzusteigen, und nach einer Weile werden Sie sich viel besser fühlen. Dann spielen Sie ein paar kleine Pots, limpen Sie und folden Sie dann unabhängig von Ihren Karten.
Wenn Sie sich an die Situation gewöhnt haben, wird Ihr Gefühl für das Spiel langsam zurückkommen, und dann beginnen Sie, richtig Poker zu spielen.
Was für ein großartiges Gefühl!
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